Projektbeschreibung

Das Projekt Luftlinie Karlsruhe - Budapest wird von den Karlsruher Künstlerinnen Bernadette Hörder und Ulrike Israel initiiert und wird im Rahmen der Europäischen Kulturtage in Karlsruhe 2010 stattfinden. Weiterhin ist ein Austausch in Budapest geplant.

Das Projekt besteht aus einem Teil A und einem Teil B.
Teil A dient als Auftakt dieses Projektes und stellt die Verbindung zwischen den beiden Städten symbolisch dar: es wird eine Linie durch den Stadtraum Budapest sowie Karlsruhe gezogen.

Teil B beinhaltet die Zusammenarbeit von Künstlern und Unternehmen in Karlsruhe. Es werden Arbeiten, Skulpturen, Installationen etc zum Thema "Linie" geschaffen. Diese Arbeiten sollen temporär den Stadtraum gestalten.

Teil A / KunstUnternehmen: LUFTLINIE

Das Projekt KunstUnternehmen sieht eine LUFTLINIE zwischen Budapest und Karlsruhe vor.

In Karlsruhe sowie in Budapest soll eine ca. 4km lange Linie direkt auf den Strassen und mitten durch die Stadt gezogen werden. Diese Linie lässt sich imaginär weiterführen und stellt eine Verbindung zwischen beiden Städten her. Umgesetzt wird diese Idee mit den 10 am Gesamtprojekt beteiligten Künstlern, fünf Budapester und fünf Karlsruher Künstler.

Nach Plänen des Vermessers wird eine Linie auf den Strassen, Trottoirs, und Plätzen im Innenstadtbereich aufgebracht. Eine klare, strenge Linie verweißt exakt in die Richtung der fernen Partnerstadt. Unterbrochen wird diese Linie lediglich durch die Senkrechte von Mauern, Hauswänden, etc.

Das Bild von oben gesehen ist eine abstrakte Linie, die doch eine übergeordnete Idee erahnen lässt. Da man sie dem funktionalen Geschehen einer Stadt nicht zuordnen kann, ist der Passant irritiert.
Der aufmerksame Betrachter jedoch stößt im Laufe seiner Begehung durch die Stadt auf Hinweise in Form von kleinen Beschilderungen: Luftlinie Karlsruhe - Budapest.

Vorraussetzung für dieses Unterfangen ist eine Koordination der Städte untereinander und ein Abstimmen unterschiedlichster Behörden wie dem Tiefbauamt, der Verkehrsbehörde und den Kulturreferaten.

Die Linie ist eine temporäre Arbeit und soll ca. drei Monate bestehen.

Die Aktion der Umsetzung der Linie ist eine Gemeinschaftsarbeit aller Künstler. Sie ist ein interaktiver Prozess und bietet der Gruppe die Gelegenheit sich gegenseitig ihre Stadt, ihr Leben und ihre Kultur zu zeigen Ein interkultureller Austausch wird durch diese gemeinsam verbrachte Zeit und durch das gemeinsame Arbeiten stattfinden.

Teil B / KUNST IN UNTERNEHMEN

Das Projekt KunstUnternehmen basiert auf der Kooperation von Wirtschaft und Kunst, es ist in die Europäischen Kulturtage 2010 mit dem Thema Budapest-Pécs eingebunden.

Die Idee ist, Künstler und produzierende Unternehmen zusammen zu bringen. Mit einem ungewöhnlichen Kontext an Begegnungen, Gesprächen und wechselseitiger Inspiration werden sich diese zwei Welten über einen längeren Zeitpunkt hinweg begegnen.

Dazu suchen wir den Kontakt zu Mittelständischen Firmen, Gewerken und Handwerkern im Raum Karlsruhe. Wir interessieren uns für die von den Firmen gefertigten Produkte, deren Materialien, Produktionsmethoden im weitesten Sinne. Die unterschiedlichsten, von den Firmen verwendeten Bereiche können wertvolle Anregung und Inspiration für den Künstler sein.

Die Auseinandersetzung mit der Kunst stellt für ein Unternehmen und für einen Künstler eine Ausnahmesituation dar und ist zugleich eine intensive Zeit des Austausches. So ist Kunst mit Bodenhaftung entstanden, die ihre künftigen Rezipienten bereits im Prozess ihres Werdens erlebt haben.
Es ist Verständnis gewachsen für die so anderen Fragestellungen der Künstler an Inhalte, Material, Werkstoffe und Nutzung. Und es ist erlebbar geworden, dass zweckfreie Formgebung durchaus nicht ein wertloses Ergebnis hat, sondern ein großes Spektrum an Ideen spiegelt und einer eigenen ästhetik folgt, die einen neuen Blick ermöglicht.

So spiegelt dieses Projekt auf neue Art und Weise die wirtschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten der Region wieder. Zieht man noch in Betracht, dass auch der europäische Gedanke transportiert wird, könnte eine derartige Verknüpfung unterschiedlicher Welten beispielhaften Charakter haben.

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es erstaunlich, wie sich die Unternehmen mit Material und Know-how, mit Manpower und Engagement in die Kultur einbringen. Es entstehen Reflektionsräume, so Dr.Hochmuth, die gerade für die Unternehmen spannend sind und von denen sie profitieren.

Aus der Zusammenarbeit zwischen Künstlern und "ihren" Unternehmen werden große, imposante Skulpturen, Installationen und Klangobjekte entstehen, welche ab dem 18. April 2010 in schönem Ambiente, dem Schlosspark Karlsruhe, zu sehen sein werden.